Innsbruck – Bei Kennern sind sie längst kein Geheimtipp mehr: Die Matineen des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck werden von den Musikern selbst programmiert und machen häufig mit selten gespielten Kostbarkeiten bekannt, nicht zuletzt, weil hier ja auch ungewöhnliche Besetzungen zur Verfügung stehen. Das Konzert am Sonntag im Konservatoriumssaal war programmatisch und interpretatorisch ein besonderes. Ottorino Respighi komponierte nach 1910 drei ausgedehnte Werke für Mezzosopran und Orchester nach Gedichten des englischen Romantikers Percy B. Shelley, wovon das erste und dritte hierzulande weitgehend unbekannt sind, während das mittlere aufgrund einer Streichquartettfassung in den Konzerten zu finden ist und eine nicht zu knappe Diskographie aufweist. |
Caroline Müller, Nilss Silkalns, Hans-Martin Gehmacher und Stefan Grové hielten in großer Transparenz alle Farben und Schwingungen des Streichquartetts bereit für die Resignation und Todessehnsucht des Mezzosoprans. Lysianne Tremblay sang mit hinreißender klanglicher Schönheit, tiefgründig, sinnlich und mit dem Geheimnis der Melisande.
Sonntagsmatinee des TSOI am 18.April 2010 |